Vorträge

Digitalität in der Logopädie – Juliane Mühlhaus

Die Entwicklung innovativer Gesundheitstechnologien unterliegt einem ständigen Wandel. Es werden digitale Produkte auf den Markt gebracht, die – auch wenn nicht explizit „logopädiespezifisch“ – in unserem klinisch-praktischen Alltag bedarfsorientiert eingesetzt werden können.
In diesem Vortrag sollen neben den Chancen auch die Herausforderungen digitaler Innovationen für den Einsatz in der Logopädie diskutiert werden. Ebenso sollen auch kritisch diskutierte Aspekte wie Substitution, Rationalisierung, Therapiequalität, Therapieangebot, Profit oder Datensicherheit näher beleuchtet werden.

Vita

Dr. Juliane Mühlhaus ist seit September 2017 Professorin für Logopädie am Fachbereich Informatik der Hochschule Trier. Sie studierte Logopädie (B. Sc.) an der Hogeschool Zuyd in Heerlen (NL) und nahm anschließend das Studium der Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH Aachen University auf. Nach dreijähriger klinischer Tätigkeit als Logopädin am Universitätsklinikum Halle (Saale), promovierte sie 2014 an der RWTH Aachen University. Bis 2017 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin sowohl im Fachgebiet Sprache und Kommunikation an der TU Dortmund als auch im Studienbereich Logopädie an der Hochschule für Gesundheit in Bochum. Ihre derzeitigen Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der semantisch-lexikalischen Verarbeitung und in der Entwicklung wirksamer Technologien für die Sprachtherapie.

 

Evidenzbasierte Auswahl von Apps für die Kindersprachtherapie – Anja Starke

Smartphones und Tablets sind aus dem Alltag von Kindern heutzutage kaum noch wegzudenken. SprachtherapeutInnen/LogopädInnen stehen vor der großen Herausforderung aus dieser Vielzahl von Apps eine evidenzbasierte Entscheidung für ihr spezifisches Therapieziel zu treffen. Es wird ein Vorgehen zur evidenzbasierten Auswahl von Apps (Starke & Mühlhaus, 2017, 2018) vorgestellt, welches das klassische evidenzbasierte Vorgehen zur Auswahl von Therapiemethoden mit der Bewertung von Apps und Integration dieser in das Therapiegeschehen integriert.

 

neolexon – digitale Unterstützung in der Aphasie- und Sprechapraxietherapie – Mona Späth und Hanna Jakob

Digitale Anwendungen (Apps) bergen ein großes Potential für die Aphasie- und Sprechapraxietherapie. Zum einen können sie dabei helfen, die zu geringe Anzahl an Therapiestunden in der Aphasietherapie aufzubessern und damit die Wirksamkeit der Therapie zu erhöhen. Zum anderen können digitale Anwendungen Therapeuten in der individuellen Materialauswahl und der Therapiedurchführung unterstützen.
In der Entwicklungsgruppe Klinische Neuropsychologie wurde das digitale Therapiesystem neolexon entwickelt.

Vita

Mona Späth studierte Sprachtherapie an der LMU München (2008-2013) mit Schwerpunkt neurologische Sprach- und Sprechstörungen. Seit 2013 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und promoviert in der Entwicklungsgruppe Klinische Neuropsychologie (EKN) am Phonetik-Institut der LMU München. Die Idee zum neolexon-Therapiesystem entwickelte sie gemeinsam mit Hanna Jakob aus ihrer praktischen Erfahrung im ambulanten Bereich heraus.

 

Hanna Jakob arbeitete nach ihrem Sprachtherapiestudium mit Schwerpunkt neurologische
Sprach- und Sprechstörungen an der LMU München (2007-2012) zunächst in Forschungsprojekten der EKN. Im Anschluss war sie als Sprachtherapeutin im Städtischen
Klinikum München Bogenhausen tätig. Seit 2015 promoviert sie in der EKN und leitet gemeinsam mit Mona Späth das Projekt neolexon.

 

 

Lautgestensystem TOLGS bei verbaler Entwicklungsdyspraxie – Isolde Wurzer

Kinder mit VED lernen die Sprache nicht über die Nachahmung, wie es normalerweise geschieht. Eine Lernmethode, die bei dem vorliegenden Grundproblem passgenau wie ein Zahnrad greift, sind Lautgesten. Zu jedem Sprachlaut gehört ein eigenes Handzeichen, das den Artikulationsmodus nachahmt und zeitgleich zum Sprechen durchgeführt wird.

Vita

– 1977 Staatsexamen in Logopädie am WOI in Hamburg
– 1994 Abschluss in Chirophonetik – Schule für Chirophonetik, Österreich
– 1977-1981 / 1998-2006 Angestelltentätigkeit als Logopädin
– 2006 Eröffnung einer eigenen Praxis für Logopädie in Quickborn (bei Hamburg)
– 2008 Märchenerzähler-Ausbildung
– 2011 Fachkraft für Legasthenietherapie bei Orbis Pädagogikum
– 2013 Autorin des „Lautgesten-Geheimverein“ LGGV, Logofin
– 2014 Beginn der Seminartätigkeit: TOLGS bei VED
– 2017 Beginn der Seminartätigkeit: TOLGS in der Kindersprachtherapie